Erfolgreiche Gründungstagung in Leipzig

Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen stellen die größte Gruppe von Kindern mit Entwicklungsstörungen dar. Da ihre Lobby bisher allerdings nur gering ist, ist es an der Zeit, alle Berufsgruppen, die sich mit der Erforschung und Therapie von Kindersprache befassen, zusammen zu bringen.

Am 20. & 21. Mai 2011 kamen im Leipziger Berufsbildungswerk für Hör- und Sprachgeschädigte über 70 Fachleute aus den Bereichen Psychologie, Linguistik, Logopädie, Sprachbehindertenpädagogik, Medizin sowie Phoniatrie aus Deutschland und Österreich zusammen, um an der Gründungstagung der Gesellschaft für interdisziplinäre Spracherwerbsforschung und kindliche Sprachstörungen im deutschsprachigen Raum (kurz GISKID) teilzunehmen. Die TeilnehmerInnen diskutierten über die Ziele und Aufgaben der neuartigen interdisziplinären Fachgesellschaft. Folgende Ziele und Aufgaben haben die Gründungsmitglieder der GISKID beschlossen: Die GISKID versteht sich als Informations- sowie Austauschforum für theoretische und anwendungsbezogene Fragen zum Spracherwerb und seinen Störungen im deutschsprachigen Raum. Sie richtet sich an die in diesem Bereich Arbeitenden, an Interessierte sowie an Betroffene und deren Umfeld. Durch die GISKID wird der interdisziplinäre Austausch auf allen Handlungsebenen ermöglicht und eine Plattform geschaffen, auf der sowohl Forschungsergebnisse präsentiert als auch Vernetzungen hergestellt werden. Die Mitglieder verfolgen das Ziel, den Spracherwerb und seine Störungen in das öffentliche Bewusstsein zu rücken sowie die interdisziplinäre wissenschaftliche Diskussion zu stärken. Des Weiteren werden sowohl die Betroffenen und ihr Umfeld bei der Vernetzung als auch der wissenschaftliche Nachwuchs unterstützt und neben wissenschaftlichen werden auch praktische Informationen zur Verfügung gestellt.

Initiatoren dieses Vorhabens waren Annette Fox-Boyer, Julia Siegmüller und Peter B Marschik, die während dieser ersten Mitgliederversammlung gemeinsam mit Stephan Sallat zum Vorstand gewählt wurden.

Den Eröffnungsvortrag hielt Annick De Houwer und sprach über „Die Bedeutung der sprachlichen Umgebung für die Evaluation der Sprachkompetenzen bilingualer Kinder“. Im weiteren Verlauf der Tagung referierten Stephan Sallat (Musiktherapie bei Sprachentwicklungsstörungen) Ulf Liszkowski (Vorsprachliche Kommunikation), Annette Fox-Boyer & Marit Carolin Clausen (Normdatenerhebung in der Logopädie), Christa Einspieler (Die Anfänge der auditiven Perzeption) und Julia Siegmüller (Forschung in der Logopädie und für eine verbesserte Patientenversorgung) und regten anschließend spannende Fachdiskussion an, die zum Austausch einluden und auch während der Pausen für Gesprächsstoff sorgten. Ein weiteres Highlight waren die 21 ausgestellten Poster, die die aktuelle Forschungslandschaft zum Thema Kindersprache präsentierten.

Der Vorstand der GISKID dankt allen ReferentInnen und TeilnehmerInnen für die gelungene Auftaktveranstaltung und das produktive Wochenende, bei der die GISKID sprechen und laufen gelernt hat und freut sich auf eine zukünftige Zusammenarbeit, zu der alle Interessenten herzlich eingeladen sind. Neue Mitglieder werden jederzeit gerne aufgenommen, Informationen dazu finden sich auf der Website.