1. Terminologietag

03. Mai 2019 | Frankfurt (Main)


Rückblick

Am 03. Mai 2019 trafen sich 43 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Sprachtherapie/Logopädie, Sprachheilpädagogik, Linguistik, Patholinguistik, Klinische Linguistik, Medizin (Phoniatrie & Pädiatrie) und Psychologie in der Evangelischen Akademie in Frankfurt am Main, um sich über die international angestoßene Diskussion der Definition und Terminologie von Sprachentwicklungsstörungen im deutschsprachigen Raum auszutauschen. Es war das Anliegen der GISKID die deutschsprachigen Diskussionen an diesem Tag zu kanalisieren und interdisziplinär zu vernetzen.

Durch jeweils einen Impulsvortrag aus der Linguistik (Christina Kauschke) und Logopädie (Wiebke Scharff Rethfeldt) sowie einer Stellungnahme aus der Medizin (Katrin Neumann, Annerose Keilmann und Peter Kummer als Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie) wurde in die aktuelle Diskussion eingeführt. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in moderierten Arbeitsgruppen die einzelnen Statements der CATALISE-2-Veröffentlichtung (Bishop et al., 2017) im Detail. Ziel der Gruppenarbeit war es, zu überprüfen, mit welchen inhaltlichen Aspekten der Statements die Gruppenmitglieder übereinstimmen und eine Übernahme für den deutschen Sprachraum vorschlagen würden und welche inhaltlichen Aspekte eher kritisch betrachtet werden. Diese Ergebnisse der Gruppenarbeit wurden in einer anschließenden Gesamtdiskussion mit allen Teilnehmenden zusammengetragen und weiter besprochen.

Die Diskussionen zeigten, dass sowohl die Übersetzung der einzelnen Statements ins Deutsche als auch die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Terminologie in den beteiligten Disziplinen sowie regionale Besonderheiten im deutschsprachigen Raum eine Herausforderung in der Konsensfindung darstellen. Allerdings wurde durch den intensiven Austausch auch deutlich, dass ohne einen solchen Konsens Kriterien zur Definition von Sprachentwicklungsstörungen sowie damit einhergehende Begrifflichkeiten keine umfassende Verwendung finden können.

Das langfristige Ziel der GISKID ist es somit, einen interdisziplinär konsensualen Beitrag aus dem deutschsprachigen Raum mit Anmerkungen an die Überlegungen in der bisherigen englischsprachigen Diskussion zu erstellen sowie eine verbindliche sprachliche Regelung für den deutschsprachigen Raum zu erreichen.

Eine gezielte Diskussion zur vorgeschlagenen Terminologie sowie die Festlegung des weiteren Vorgehens wird im Herbst 2019 erfolgen.