DELPHI-Studie

zur Definition und Terminologie von Sprachentwicklungsstörungen 

Konsensfindung im deutschsprachigen Raum

Die Terminologie zu Sprachentwicklungsstörungen wurde in den letzten Jahren im englischsprachigen Raum intensiv diskutiert mit dem Ziel, eine einheitliche Nomenklatur in den involvierten Disziplinen zu etablieren. Als Folge dieses Prozesses wurde u.a. der Terminus Specific Language Impairment (SLI) durch den Terminus Developmental Language Disorder (DLD) abgelöst. Dies geschah in einem sogenannten DELPHI-Prozess unter Einbezug von internationalen (englischsprachigen) Fachleuten aus Wissenschaft und medizinisch-therapeutischer Praxis (siehe Bishop et al., 2016 & Bishop et al., 2017).

Anlässlich dieser international angestoßenen Diskussion hat die GISKID 2019 zu zwei interdisziplinären Expert*innenforen eingeladen. An diesen haben sich zahlreiche Expert*innen aus den Bereichen der Sprachtherapie/Logopädie, Sprachheilpädagogik, Linguistik, Patholinguistik, Klinische Linguistik, Medizin (Phoniatrie & Pädiatrie), Neurowissenschaften und Psychologie aus dem deutschsprachigen Raum beteiligt. 

Hervorgegangen aus diesen Expert*innentreffen ist eine interdisziplinäre Steuerungsgruppe, welche nun vergleichbar zur Konsensfindung der englischsprachigen Community, ein DELPHI-Verfahren für den deutschsprachigen Raum vorbereitet. Sie setzt sich zusammen aus einem Team von 13 Expert*innen aus den betroffenen Fachdisziplinen sowie Vertreter*innen aller deutschsprachigen Länder.
Ziel des Vorhabens der Steuerungsgruppe ist es, die bisherige Definition und Terminologie von Sprachstörungen im Kindesalter auch im deutschsprachigen Raum hinsichtlich ihrer Aktualität und Einheitlichkeit zu prüfen und anzupassen sowie eine Rückmeldung der deutschsprachigen Community an den englischsprachigen Diskurs zu geben.

Die Durchführung der DELPHI-Studie ist für 2021 geplant. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an delphi@giskid.eu.

Die GISKID versteht sich in diesem Prozess als Moderator. Als interdisziplinäre Gesellschaft ohne berufspolitische Interessen möchte sie den Rahmen für eine interdisziplinäre Diskussion und Einigung im deutschsprachigen Raum bieten, indem sie die Durchführung der DELPHI-Studie aktiv unterstützt.

Mitglieder der Steuerungsgruppe

Alphabetische Reihenfolge

ADohmen_DELPHI_copyright_hsg-Bochum

Andrea Dohmen

ist Professorin für Methoden der Logopädie an der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Ihre Schwerpunkte sind der unauffällige und auffällige Sprach- und Kommunikationserwerb sowie die Erforschung von soziokognitiven Fähigkeiten und Gesten.

andrea.dohmen@hs-gesundheit.de

AHaid_DELPHI

Andrea Haid

ist Logopädin und Linguistin und arbeitet als Rektorin an der Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach (SHLR). Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Sprachentwicklung im Kindesalter, u.a. unter Berücksichtigung dialektaler Einflüsse des Alemannischen. Sie vertritt die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein.

 andrea.haid@shlr.ch

CKauschke_DELPHI

Christina Kauschke

ist Professorin für Klinische Linguistik an der Universität Marburg. Ihre Schwerpunkte sind der normale und gestörte Spracherwerb, die Entwicklung von Diagnostik- und Therapieverfahren für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, Sprache und Emotion sowie Wortverarbeitung.

kauschke@uni-marburg.de

Christina Leitinger

ist Logopädin am KH der Elisabethinen und Lehrende an der FH Joanneum in Graz. Sie vertritt neben Tanja Penz Österreich in diesem Prozess.

christina@leitinger.cc

CLueke_DELPHI

Carina Lüke

ist Professorin für Sonderpädagogik III – Sprachheilpädagogik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Sie ist Klinische Linguistin und Rehabilitationspädagogin und forscht und lehrt zu den Themen Kommunikations- und Sprachentwicklung sowie Diagnostik, Therapie und schulische Förderung von ein- und mehrsprachigen Kindern mit Sprachentwicklungsstörung. Sie ist Vorstandsmitglied der GISKID.

carina.lueke@uni-wuerzburg.de

Claudia Männel

hat eine Professur für Frühkindliche Sprachentwicklung an der Klinik für Audiologie und Phoniatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin inne und ist mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig assoziiert. Sie ist Psychologin und Neurowissenschaftlerin und erforscht die typische und gestörte Sprachentwicklung.

maennel@cbs.mpg.de

Katrin Neumann

 

MNiederberger_DELPHI

Marlen Niederberger

hat eine Juniorprofessur für Forschungsmethoden in der Gesundheitsförderung und Prävention an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Sie ist Expertin für Delphi-Verfahren und betreut den Delphi-Prozess aus methodischer Perspektive.

marlen.niederberger@ph-gmuend.de

Tanja Penz

ist leitende Logopädin an der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen in Innsbruck, derzeit in Elternkarenz. Sie vertritt in der Steuerungsgruppe Österreich.

tanja.penz@logopaedieaustria.at

SSachse_DELPHI

Steffi Sachse

ist Psychologin und als Professorin für Entwicklungspsychologie mit dem Schwerpunkt Sprachentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg tätig. In der Lehre ist sie zuständig für die Ausbildung von angehenden Sprachheilpädagog*innen sowie Frühpädagog*innen in den Bereichen Psychologie und Diagnostik. Schwerpunkte in der Forschung liegen im Bereich der Früherkennung und Sprachdiagnostik von Kindern mit Sprachauffälligkeiten, der sprachlichen Bildung und Förderung im Rahmen von Kindertagesstätten, diagnostischer Kompetenzen von Lehrkräften sowie entwicklungs-psychologischen Aspekten von kindlicher Mehrsprachigkeit.

Wiebke Scharff Rethfeldt

 

JSpranger_DELPHI

Julia Spranger

ist als wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich Forschungsmethoden in der Gesundheitsförderung und Prävention an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd angestellt. Sie führt Protokoll und betreut die technische Umsetzung des Delphi-Prozesses (z.B. Programmierung des Online-Fragebogens)

julia.spranger@stud.ph-gmuend.de

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Susanne Vogt

ist Logopädin und Professorin für Spracherwerbsstörungen an der Hochschule Fresenius in Frankfurt. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Sprachentwicklung und deren Störungen sowie der Gestenforschung.

vogt@hs-fresenius.de